EU muss Genfood rein lassen

Damit wir bald so krank aussehen wie unsere fetten Freunde...

Februar 2006, BRÜSSEL

Vielen Verbrauchern mag es absurd erscheinen: Die Europäer lehnen mit großer Mehrheit genveränderte Nahrungsmittel ab, die EU darf die Einfuhr dennoch nicht verbieten.

Zu diesem Schluss kam das Schiedsgericht der Welthandelsorganisation (WTO) in einem Zwischenbericht.

Geklagt hatten Kanada, die USA und Argentinien, die im so genannten De-Facto­Moratorium der Europäischen Union einen Verstoß gegen die Regeln des Welthandels sehen. Von 1998 bis 2003 hatte die EU die Einfuhr von genveränderten Produkten mit dem Argument verboten, die gesundheitlichen Folgen seien nicht geklärt und die Kennzeichnung noch nicht in allen Mitgliedsstaaten vorgeschrieben.

Gentechnisch veränderte Tomate

Derartige Zwischenberichte des Schiedsgerichts sind eigentlich vertraulich und dienen dazu, dass die Parteien ihre Vorwürfe oder Rechtfertigungen noch einmal präzisieren können. Das US-Außenhandelsministerium fand den Zwischenbericht aber so ermutigend, dass es einige Details veröffentlichte. Seit 1998 habe die EU die Entwicklung und Anwendung von Biotechnologie in der Landwirtschaft hintertrieben. Das sei nicht auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse über Gesundheitsrisiken, sondern ausschließlich aus politischem Kalkül geschehen. Die WTO habe bestätigt, dass dieses Vorgehen gegen die Welthandelsregeln verstoße und Importgenehmigungen unverhältnismäßig lange blockiere. Vertreter der EU-Kommission hingegen interpretierten das mehr als 1000 Seiten umfassende Zwischengutachten in ihrem Sinne. Da es ein Import-Moratorium kritisiere, das längst aufgehoben sei, laufe die Kritik ins Leere. Tatsächlich hat die Kommission in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehr als 30 genveränderte Nahrungs- und Futtermittel auf dem europäischen Markt zugelassen. Im Rat stimmt regelmäßig eine große Zahl von Mitgliedsstaaten dagegen. Da die Entscheidung der Kommission aber nur mit einstimmigem Votum revidiert werden kann, gelangen immer neue Varianten von genverändertem Mais oder Sojaprodukten in die Regale. Dass die Genehmigungsverfahren - aus US-Perspektive - so lang und beschwerlich sind, liege daran, dass die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit hier eben strenger seien, bemerkte gestern spitz ein Kommissionsmitarbeiter. Der Anteil US-amerikanischer Produkte gehe zurück, weil andere Lieferanten wie Brasilien oder Argentinien inzwischen billiger seien.

Ende des Jahres wird mit einem endgültigen Urteil gerechnet. Es wird wohl bestätigen, dass nach WTO-Regeln nur gerichtsverwertbare Erkenntnisse über Gesundheitsschäden einen Einfuhrstopp rechtfertigen. Derartige wissenschaftliche Studien gibt es bislang nicht. Dem Verbraucher bleibt bis auf Weiteres nur, das Kleingedruckte auf der Maisdose sorgfältig zu studieren.

DANIELA WEINGÄRTNER

Steigerung der Gentechnik- Anbauflächen der letzten Jahre

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Gen-Reis-Skandal erreicht deutsche Supermärkte

Greenpeace entdeckt illegalen Gen-Reis bei Aldi Nord und in chinesischen Reisnudeln

Greenpeace hat in chinesischen Reis-Nudeln und US-Parboiled-Reis illegalen Gen-Reis gefunden. Der Gen-Reis stammt aus China und den USA. Die dort freigesetzten Gen-Reissorten haben weltweit keine Zulassung für den Anbau und den Verzehr. Nach EU-Recht darf genmanipulierter Reis nicht in die Europäische Union eingeführt werden.

Illegale Gen-Reis-Nudeln aus China

Anfang September 2006 hat Greenpeace asiatische Reisnudeln in mehreren EU-Ländern analysieren lassen. Das Ergebnis: In Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren insgesamt fünf Proben mit genmanipuliertem Reis verunreinigt. Die in Deutschland betroffene Marke Swallow Sailing wird direkt aus China importiert und in Asia-Läden zum Verkauf angeboten. Schon im April 2005 hat Greenpeace den Anbau von illegalem Gen-Reis in China aufgedeckt. Die Universität in Wuha, der Provinzhauptstadt von Hubei, hatte den Bt-Reis zu Versuchszwecken angebaut und dann illegal an Landwirte verkauft. Von dort gelangte der Gen-Reis in Lebensmittel und schließlich nach Europa.

Gen-Reis aus den USA bei Aldi Nord

Beim Discounter Aldi Nord ist Parboiled Reis der Marke Bon Ri mit Gen-Reis verunreinigt. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um LLRice 601 der Bayer AG. Der nicht zugelassene Gen-Reis geriet in den USA außer Kontrolle. Obwohl er dort nur für zwei Jahre bis 2001 zu Versuchszwecken angebaut wurde, taucht er jetzt, fünf Jahre später, aus noch ungeklärten Gründen in der US-amerikanischen Reisernte auf.

Der Gen-Reis-Skandal weitet sich aus

Die Europäische Kommission hat prompt eigene Untersuchungsergebnisse zur gentechnischen Verunreinigung von Reis in der EU veröffentlicht. Das Ergebnis ist erschreckend: Bei Untersuchungen der Industrie von US-Langkornreis enthielten 33 von 162 genommenen Proben illegalen Gen-Reis. Dabei handelt es sich ebenfalls um den so genannten LLRice 601 der Bayer AG. Auch andere sind fündig geworden. So ergaben auch Analysen der niederländischen Behörden von Importreis aus den USA gentechnische Verunreinigungen.

Gen-Pflanzen außer Kontrolle

Seit Jahren gibt es Fälle unkontrollierter Ausbreitung von Gen-Pflanzen: Im Frühjahr 2005 gelangte der nicht zugelassene Gen-Mais Bt10 des Gentechnikkonzerns Syngenta illegal nach Europa und Japan. In Deutschland kam es 2002 zur Verunreinigung herkömmlicher Rapsfelder mit Gen-Raps aus dem Versuchsanbau von Bayer. Hätte Greenpeace dies nicht nachgewiesen, wäre die mit Gentechnik verunreinigte Ernte in den Handel gelangt. In Kanada ist der Anbau von Bio-Raps nicht mehr möglich. Dort bedroht der Gen-Rapsanbau konventionelle und biologische Rapsernten.

Thema Monsanto...

Der Konzern Pioneer ist bereits in 120 Ländern vertreten, es wird gentechnisch verändertes Saatgut produziert.

Wussten Sie, dass Nestle der weltweitgrößte Lebensmittelkonzern ist. Es ist die 27st größte Firma der Welt mit etwa 300.000 Mitarbeitern, und 90 Milliarden Schweizer Franken Umsatz. Außerdem ist es der weltweit größte Abfüller von Wasser!

Die Erdlinge wären im Stande momentan 12 Milliarden Menschen zu ernähren, trotzdem stirbt alle 5 Sekunden ein Kind!

Im Klartext: Ich bin auch nicht dafür, dass sie überleben - aber man erspare sich (und mir) das heuchlerische Geschwätz vom gutmütigem Spender mit Helfersyndrom - die Menschen sollen verrecken wie die Massen Insekten an Autoscheiben, die haben es ja auch nicht besser verdient! Und "die" in der dritten Welt müssen sterben, damit es uns gut geht!